
"Susanne, 44 Jahre alt, ist nie spontan. Seit 25 Jahren ist sie ein zwischen Stummheit und Starre gefangener Mensch. Ihr Denken und Handeln wird von einer zwanghaften psychischen Erkrankung bestimmt. Wenn man sie etwas fragt, antwortet Susanne oft minutenlang nicht und verharrt in einer Zimmerecke. Nachdem ihre Mutter mit der Situation überfordert war, Medikamente und Klinikaufenthalte weitgehend erfolglos blieben, fand sich eine Großfamilie aus München, die bereit war, die psychisch kranke Frau bei sich aufzunehmen. Inzwischen sind mehr als 20 Jahre vergangen und Susanne ist heute länger krank als sie jemals gesund war. Die Autorin begleitet Susanne und die Familie bei ihrem alltäglichen Zusammenleben und spürt gleichzeitig der Frage nach, wie die Zwänge entstanden sind. Mit überraschender Ironie und einer feinen Selbstwahrnehmung spricht Susanne über ihre Krankheit, die möglichen Auslöser und die Frage, ob sie den Mut hat, wieder völlig gesund zu werden. Eine respektvoll verharrende Kamera dokumentiert das liebevolle, aber auch ehrliche und konfliktreiche Miteinander in dieser ungewöhnlichen, karitativen Großfamilie. Als ich Susanne das erste Mal traf, war ich verunsichert, denn sie sprach nicht mit mir, erinnert sich die Filmstudentin Saara Aila Waasner. Trotzdem war diese Begegnung so eindrucksvoll und überraschend, dass ich mich entschied, Susanne und die Familie mit der Kamera zu begleiten.[...]" (Quelle: WDR)
Kategorie: Gesellschaft