Am Freitag stellte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), eine neue Studie zur Drogenaffinität Jugendlicher in Berlin vor. Zentrales Ergebnis: Die Zigarette verliert bei Jugendlichen immer mehr an Bedeutung. Der Raucheranteil unter Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren hat sich seit 2001 fast halbiert und liegt mit nur noch 15 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit 30 Jahren.
Auch der Canabis- und Alkoholkonsum sind rückläufig. Jedoch bereitet das "Komasaufen" unter Jugendlichen weiterhin Sorgen. Zumal die jugendlichen Trinker immer jünger werden.
Die sinkenden Zahlen insbesondere beim Tabakkonsum seien ein Beleg für den Erfolg der "strukturellen und präventiven Maßnahmen", wie zum Beispiel bei der Tabaksteuer und der Nichtraucherschutzgesetze, erklärte Bätzing. Diese seien auch für den Rückgang des Cannabiskonsums mit verantwortlich. So gaben 28 Prozent der befragten Jugendlichen an, schon einmal Cannabis probiert zu haben. 2004 waren es noch 31 Prozent.
Der Anteil derjenigen Jugendlichen, die regelmäßig Cannabis konsumieren, liegt unter drei Prozent. "Wer erst gar nicht mit dem Rauchen beginnt, wird in aller Regel auch kein Cannabis konsumieren", erklärte Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), die die Studie im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums durchführte. Dabei wurden 3001 Jugendliche vom FORSA Institut per Telefon interviewt.
Das gängigste Suchtmittel Jugendlicher bleibt der Alkohol. Zwar ist der Studie zufolge der Anteil regelmäßiger Konsumenten in der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen von 21,2 Prozent im Jahre 2004 auf 17,4 Prozent in diesem Jahr gesunken. Da aber der Großteil dieser Gruppe laut Jugendschutzgesetz eigentlich gar keinen Alkohol trinken dürfe, sei die Zahl noch immer problematisch, erklärte BZgA-Direktorin Elisabeth Pott,
Sorge bereitet weiterhin das so genannte "Komasaufen" (Binge Drinking), also dem gezielten Trinken bis zum Vollrausch. In den letzten Jahren machten einige Fälle Schlagzeilen, bei denen Minderjährige sich bei sogen. Flatrate-Parties, bei denen man für einen Festbetrag soviel trinken darf, wie man will, ins Koma getrunken hatten. Die Definition der BZgA klingt da etwas nüchterner. Laut deren Definition liegt Komasaufen vor, wenn bei einer Gelegenheit mehr als fünf Gläser Alkohol getrunken werden. 20 Prozent der Minderjährigen gab an, dies im vergangenen Monat mindestens einmal praktiziert zu haben. Als besondere Risikogruppe fallen männliche Jugendliche zwischen 16 und 17 Jahren hierbei auf.
Die Ergebnisse seien jedoch kein Grund, "die Hände in den Schoß zu legen", sagte Bätzing. Es gehe nun darum, mit gezielten Präventivmaßnahmen diesen Trend zu halten und gefährdete Gruppen gezielter zu erreichen. Sie kündigte noch für dieses Jahr ein nationales Aktionsprogramm zur Tabak- und Alkoholprävention unter Jugendlichen an.
Weitere Informationen auf den Seiten der Bundesgesundheitszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Drogenbeauftragen der Bundesregierung
(PM)
P.S. Ironischerweise ist das komplette Feuilleton der Neuen Züricher Zeitung heute dem Rauchen und der Verehrung der Zigarette aus dem Geiste des Künstlers gewidmet.



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